Abo-Modelle, Teil 1, das „Jederzeit-kündbar-Abo“ (JKA)

Marcus Tütsch
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Eines vorab: Ich werde an dieser Stelle nicht alle Abo-Modelle aufzählen, die es gibt, und bestimmt hat auch irgendein kreativer Verleger irgendwo in Deutschland ein Modell entwickelt, das ich nicht auf dem Schirm habe.

Was ich mit diesem Beitrag bezwecken will? Ich will, dass Sie genau analysieren, welches Modell bei Ihnen funktioniert und welches nicht, und wo Sie vielleicht etwas Neues probieren sollten.

Ich gehe mal davon aus, dass Sie einen funktionierenden Abo-Shop haben. Nutzen Sie diesen Abo-Shop als Spielwiese und experimentieren Sie mit den verschiedenen Möglichkeiten, die er bietet. Finden Sie heraus, was bei Ihnen am besten funktioniert.

Das klassische Jahresabo darf natürlich nicht fehlen, aber es gibt auch Alternativen, die besonders gut zu Ihrer Zielgruppe passen, oder aus anderen Gründen funktionieren können.

Beginnen wir mit dem Modell, das aus meiner Sicht zukünftig immer mehr Relevanz haben wird: dem „Jederzeit kündbaren Abo“ (JKA):

Manch ein Verleger mag eine Option, die man jederzeit kündigen kann, nicht als Abo betrachten, allerdings zeigt die Studie des VDZ von 2017/18 (https://www.vdz.de/fileadmin/vdz/upload/services/Downloads/DCORE_SVI_VDZ_Abostudie_2017_2018_gesamt.pdf – übrigens absolut empfehlenswert) schon auf, dass die Möglichkeit, jederzeit kündigen zu können, seit Jahren auf Platz eins der „Pro“-Entscheidungen für ein Abo liegt.

Was ergeben sich hieraus für Vor- und Nachteile bzw. wie kann ich mit den Nachteilen positiv umgehen?

Einzeln abrechnen, nein danke!

An und für sich nervt es ja, wenn ich keine Planungssicherheit habe, weil meine Abonnenten jederzeit kündigen können und ich auch jeden Monat oder zu jedem Heftintervall einzeln abrechnen muss. Auf der anderen Seite habe ich auf diese Weise einen steten Einnahmefluss, den ich auch nicht anderweitig schon frühzeitig ausgeben kann 😊. Und: Mittlerweile gibt es glücklicherweise jede Menge Möglichkeiten, wie ich um eine Einzelabrechnung herumkomme.

Solche Möglichkeiten bietet zum Beispiel DIGISALE-Aboshop an, auch bei Paypal, Sofortkauf, SEPA-Lastschriftverfahren usw. ist es nicht mehr nötig, die Buchung oder auch die Auslieferung einzeln oder gar händisch auszulösen.

Keine Rabatte, bitte!

Das „JKA“ sollte für den Leser nicht rabattiert sein, sondern dem regulären Copy-Preis entsprechen, und auch die Versandgebühren sollten nicht entfallen. I.d.R. gibt es für ein JKA auch keine Abo-Prämie, allerdings wäre genau hier ein Punkt, an dem der Verlag ausprobieren und testen könnte.

Warum nicht dem User eine JKA-Option mit Mehrwert anbieten, wie zum Beispiel:

Das „JKA ist in den ersten sechs Monaten nicht kündbar, dafür können Sie unter folgenden Prämien auswählen und danach jederzeit kündigen, falls Sie das wünschen“.

Diese Option würde sich übrigens auch für das Jahresabo anbieten: Das Abo hat eine Laufzeit von zwölf Monaten und ist danach jederzeit kündbar.

Was ist bei einem JKA noch möglich?

Nur weil ein Kunde/Abonnent gewonnen ist, darf jetzt nicht die Ansprache und Kommunikation mit ihm zum Erliegen kommen.

Sie haben mit einem JKA-Abonnenten eine Person, mit der Sie wunderbar in Dialog treten können. Ob per Mail, per Post oder im eigenen Mitglieder-Bereich Ihrer Website: An all diesen Orten erreichen Sie Ihren Leser (oder ggf. auch Ihr Anzeigenkunde) – und können ihn mit einer persönlichen Ansprache von einem großartigen Angebot (z.B. einem Jahresabo) überzeugen.

Das könnte dann in etwa so aussehen:

Lieber Herr Müller,

seit nunmehr vier Ausgaben lesen Sie hoffentlich interessiert und mit Freuden unser Magazin „Plastikfiguren sind auch nur Menschen“. Gerne biete ich Ihnen an, dieses zukünftig im Jahresabo zu einem günstigeren Preis zu beziehen. Zusätzlich erhalten Sie unter folgendem Link noch eine hochwertige Prämie…..

Darüber hinaus möchte ich Sie gerne dazu ermuntern, bei unserer Umfrage mitzumachen, damit wir uns auch weiterhin stetig verbessern und die für Sie passenden Themen umsetzen können. Ihr Einsatz wird belohnt: Unter allen Teilnehmern verlosen wir…. 😊

Bleiben Sie uns gewogen,

Ihr Paul Plastik

Der Leser kündigt sein „JKA“

Was passiert aber, wenn der Kunde tatsächlich kündigt? Na, auch dann können Sie weiterhin mit ihm kommunizieren:

  • Sie können ihm Lockangebote senden, ihn immer wieder mal mit einem freien Paid-Content-Artikel verwöhnen
  • Sie können ihm aufzeigen, was er verpasst („Exklusiv-Interview mit der Kanzlerin“ in der kommenden Ausgabe)
  • Sie können ihm Alternativen aufzeigen, z.B. Digital-Abo, Schnupper-Abo usw.
  • Sie können ihn überraschen (Eine Überraschung liegt in Ihrem Postfach im Mitglieder-Bereich.
  • Usw.

Eines ist klar: Kündigen kann ein Abonnent auch bei einem Jahresabo immer, dann aber ggf. mit einem bitteren Nachgeschmack, falls er die Kündigungsfrist verpasst hat.

Außerdem sind User (und hier besonders die Jüngeren) in Zeiten von Netflix, Disney+ und Co. gewohnt, jederzeit kündigen zu können – die meisten Online- und Streaming- Dienste bieten die Option des JKA an.

Es lebe der Versuch!

Das Wichtigste ist aber, dass Sie anfangen, zu experimentieren. Testen Sie in Ihren Abo-Modellen, was möglich ist und was funktioniert, probieren Sie neue Optionen aus und ziehen Sie an den Stellschrauben, mit denen Sie Erfolg haben.

Marcus Tütsch

Marcus Tütsch

Gründer Marcus Tütsch ist durch seine langjährige Erfahrung in großen Medienunternehmen wie dem Süddeutschen Verlag oder dem Jahreszeiten Verlag sowie auch inhabergeführten Unternehmen auf die Prozessabwicklung, die Erschließung neuer Kundenpotenziale und die Etablierung neuer Produkte spezialisiert.
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Gründer Marcus Tütsch ist durch seine langjährige Erfahrung in großen Medienunternehmen wie dem Süddeutschen Verlag oder dem Jahreszeiten Verlag sowie auch inhabergeführten Unternehmen auf die Prozessabwicklung, die Erschließung neuer Kundenpotenziale und die Etablierung neuer Produkte spezialisiert.

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